Suchtpräventionsprojekt SODA erfreut sich großer Nachfrage

(Karlsabd, 02.02.2012) Kern des Stark-ohne-Drogen-Aktionsprogramms (SODA) ist, Jugendliche in ihrer Lebenswirklichkeit zu erreichen. Es geht nicht darum, theoretisches Wissen zu vermitteln oder die Jugendlichen belehrend anzusprechen, sondern um das eigene Erleben und Nachvollziehen. In dieser Woche fand der erste SODA-Projekttag des Jahres 2012 im SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach statt.
Vor fast vier Jahren initiierte die Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des SRH Klinikums Karlsbad-Langensteinbach das Präventionsprojekt für Schüler der achten Klasse. SODA ist in Zusammenarbeit mit dem Schulzentrum Karlsbad-Langensteinbach, der Suchtberatungsstelle der „agj“ in Ettlingen und der Polizei entstanden. Neben den Beteiligten engagiert sich auch der Ettlinger Landtagsabgeordnete Werner Raab und der Förderverein Sicherer Südlicher Landkreis e.V., dem Werner Raab vorsitzt, für das Programm.
SODA beginnt mit einer Projektwoche zum Thema Drogen und einer Unterrichtseinheit der Jugend- und Drogenberatung über riskanten und risikoarmen Suchtmittelgebrauch. An einem weiteren Projekttag kommen die Schüler ins SRH Klinikum und können in kleinen Gruppen direkt mit einem jungen, ehemals drogenabhängigen Patienten und einem Psychiater sprechen. Sie lernen und diskutieren die Ursachen, Nebenwirkungen und Folgen von Alkohol- und Drogenmissbrauch – vor allem die psychischen Folgeerkrankungen. Außerdem erfahren die Achtklässler am eigenen Leibe mittels einer Rauschbrille und Geschicklichkeitstests, wie stark Alkohol die Wahrnehmung einschränkt. Das Programm beinhaltet auch einen Elternabend der beteiligten Klassen zum Thema Drogen.
Deutschland liegt im europäischen Vergleich beim Alkoholkonsum Jugendlicher weit vorne. Rund ein Drittel der 15-jährigen Mädchen und die Hälfte der Jungen trinken regelmäßig Alkohol. Die Zahl von Alkoholvergiftungen hat sich seit 1990 verdoppelt. „Der steigende Alkoholkonsum bei zunehmend jüngeren Jugendlichen und die wachsende Zahl von Konsumenten illegaler Drogen machen ein solches Projekt notwendig“, unterstreicht der Chefarzt der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie im SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach und Mitinitiator Professor Dr. Matthias Weisbrod.
Über 30 Klassen durchliefen in den letzten Jahren das Programm. „Die Rückmeldungen, die wir sowohl von Schülern, Eltern als auch Lehrern erhalten, sind durchweg positiv“, so Weisbrod. Die Erfahrungswerte der letzten Jahre habe man genutzt, um das Projekt zu optimieren, Inhalte anzupassen und Strukturen zu verbessern, beschreibt Professor Weisbrod die Entwicklungen.
Zum Thema Drogenmissbrauch und Suchtprävention bietet die Suchtberatungsstelle Ettlingen (www.checkout-ettlingen.de) Information und Beratung an. Infobroschüren gibt es auch bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.bzga.de).
Bildunterschrift: Schülerin mit Polizeihauptmeister Volker Grabetz (Albtal) bei einem Geschicklichkeitstest mit der Rauschbrille
Kontakt: Mischa Lange, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Fon: 07202 / 61 4028, Fax: 07202 / 61 4029, Email: mischa.lange@kkl.srh.de

