Eine stationäre Behandlung in der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie kann notwendig sein bei
Nicht möglich ist eine stationäre Behandlung in unserer Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie bei
Einer der Schwerpunkte der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie ist die Therapie von Menschen mit Schizophrenie. Eine akute schizophrene Psychose kann mit Wahnvorstellungen und Halluzinationen einhergehen. Diese sogenannte Positivsymptomatik kann häufig gut behandelt werden. Bei Menschen mit Schizophrenie findet sich daneben häufig ein überdauerndes Beschwerdebild, die sogenannte Minussymptomatik. Diese zeigt sich in einer Antriebsminderung, in depressiven Störungen und in einer Beeinträchtigung der Wahrnehmung. Menschen mit Schizophrenie fühlen sich schwunglos und unfähig, normale Tätigkeiten auszuüben. Frühere Interessen verblassen, selbst das Lesen einer Zeitung kann wegen Konzentrationsstörungen schwer fallen. Sie ziehen sich zurück, häufig werden Angehörige durch diese Verhaltensänderungen verunsichert. Die Patienten können einfache Alltagsfunktionen nicht mehr bewältigen. Die Ausprägung dieser Minussymptomatik bestimmt die langfristige Prognose der betroffenen Menschen wesentlich. Es ist daher außerordenlich wichtig, mit allen der klinischen Psychiatrie zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten eine psychische Stabilisierung anzustreben, die über die Unterdrückung von Positivsymptomen hinausgeht und die Voraussetzungen für die Teilhabe am sozialen und gegebenenfalls auch am beruflichen Leben erhält.

Zu unserem Therapieprogramm gehören folgende Angebote:

Nur eine überregional spezialisierte Einrichtung kann spezielle Therapie- und Trainingsprogramme vorhalten, die auch den beruflichen Werdegang des jeweiligen psychisch Kranken berücksichtigt.
Um Menschen mit psychischen Erkrankungen auf eine berufliche Rehabilitation vorzubereiten und die Voraussetzungen dafür zu klären, bietet unsere Spezialklinik realitätsnahe Trainingsmöglichkeiten an Therapieplätzen. Durch ihre reichhaltige und flexible Ausstattung können wir auf die individuellen Fähigkeiten unserer Patienten eingehen und die nach der Entlassung individuell unterschiedlichen Anforderungen berücksichtigen. Schizophrene Patienten lernen hier beispielsweise, ein Verhältnis zwischen den eigenen Erwartungen und der tatsächlich verfügbaren Leistungsfähigkeit herzustellen. Für viele von ihnen ist die medizinische Belastungserprobung eine wichtige Selbstbestätigung, aufgrund der sie Perspektiven für ein Leben außerhalb der Klinik entwerfen können.
Auch für psychisch kranke Menschen, die noch nicht ausbildungs-, umschulungs- oder berufsfähig sind, entwickeln wir gemeinsam weiterführende Perspektiven. Dies kann bedeuten, dass der Patient im Anschluss an die Behandlung in einem Übergangswohnheim oder in einer Einrichtung des betreuten Wohnens lebt. Wir bereiten aber auch Rehabilitationsmaßnahmen in speziellen Einrichtungen für psychisch Erkrankte vor, unterstützen bei der Planung zur Aufnahme von Lehrgängen zur Verbesserung der Eingliederungschancen und zur Weiterqualifizierung.

In der Musiktherapie nutzen wir die Sprache der Musik, um seelisches Befinden auszudrücken. Beim Erleben von Musik können psychisch kranke Menschen ihre bewussten und unbewussten Erlebnisweisen, Emotionen und Verhaltensmuster zum Ausdruck bringen. Klänge, Harmonien und Rhythmen können Phantasien, Assoziationen und Erinnerungen hervorrufen. Die Musik hilft den Patienten, ihre eigene Persönlichkeit besser zu verstehen und Verhaltensweisen zu hinterfragen, die mit ihrer Erkrankung zusammenhängen. Mit Hilfe der Musik können sie gleichzeitig neue Verhaltens- und Interaktionsmuster finden und erproben. Als Instrumente verwenden wir in der Musiktherapie Orff – Instrumente, diverse, teils außereuropäische Perkussions- und Saiteninstrumente sowie die Stimme. Alle Instrumente können ohne Vorerfahrung gespielt werden.
Die rezeptive Musiktherapie arbeitet über das Hören von Musik (live oder vom Tonträger). Musik wirkt sowohl auf den Körper (z.B. Entspannung) wie auch auf die Psyche (Stimmung, Phantasie usw.). Diese Erfahrungen fließen in das therapeutische Gespräch mit ein und können wichtige Entwicklungen unterstützen.
Der gemeinsame musikalische Austausch zwischen Patient und Therapeut bzw. Gruppe und dessen therapeutische Bearbeitung führt zu einer Persönlichkeitsentwicklung durch:
Musiktherapie wird als Gruppen- und Einzeltherapie angeboten. Musikalische Vorerfahrungen sind nicht notwendig.

Häufig liegt es an aktuellen Stresssituationen, wenn Menschen sich nicht entspannen und „abschalten“ können. Innere Anspannung ist mit psychiatrischen Erkrankungen verbunden, kann aber auch zur krisenhaften Zuspitzung von psychiatrischen Erkrankungen führen. Daher ist das Erlernen von Techniken zur Verminderung innerer Anspannung für Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen wichtig. Manchmal liegen die Wurzeln auch tiefer und berühren lange zurückliegende Erfahrungen. In der Entspannung können „verdrängte“ Gefühlsregungen auftauchen, die jahrelang blockiert waren und wertvolle Hinweise für die weitere therapeutische Arbeit geben.
In der Gruppen- oder Einzeltherapie erproben und reflektieren unsere Patienten individuell verschiedene Methoden der Entspannung von Geist, Muskeln, Körper und Atmung.
Zu diesem Training gehören unter anderem die Progressive Muskelrelaxation (PM) nach Jacobson und das Autogene Trainings (AT) nach Schultz.